amPuls Newsletter

Liebe Leserin, Lieber Leser,
zunächst einmal möchten wir uns für die Patientenumfrage vom Herbst letzten Jahres bedanken. Die Auswertung der Fragebögen ergaben statistisch relevante Werte. In einigen Fragen wurde deutlich, dass nach wie vor Informationsbedarf über Leistungen der Pflegeversicherung besteht.

Wir haben diesen Punkt aufgegriffen und es uns zur Aufgabe gemacht, Sie auf diesem Gebiet durch eine Herausgabe eines amPuls Newsletter auf dem Laufenden zu halten.

Wir wollen Sie kompetent und sachorientiert beraten. Dazu stehen wir Ihnen auch gerne persönlich zur Verfügung.

Verständlich und übersichtlich haben wir alle stehenden Fragen im Zusammenhang mit Antragstellung, Begutachtung und Leistungen der Pflegeversicherung aufgegriffen. Besonders auch die neuen Regelungen der Zuzahlung oder Befreiung von Arzneimitteln, sowie Richtlinien von Krankentransporten.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit zum Lesen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an uns. Als Ihr privater Pflegedienst werden wir uns selbstverständlich bemühen, eventuell noch bestehende Unklarheiten gemeinsam mit Ihnen auszuräumen.

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Welche Leistungen bekomme ich in den einzelnen Pflegestufen?
Wenn Sie pflegebedürftig sind, haben Sie die Wahlmöglichkeiten zwischen folgenden Leistungsarten:

       Pflege durch Ihren häuslichen Pflegedienst (Sachdienst)
       Pflegegeld von der Pflegekasse (Geldleistung
       Kombination aus Sachleistung und Geldleistung

In den Fällen b und c werden Sie zumindest teilweise auf die Hilfe von Angehörigen, Freunden und Bekannten oder Nachbarn zurückgreifen. Das Pflegegeld, das Sie von der Pflegekasse erhalten, muss zweckgebunden für Ihre Pflege ausgegeben werden.

Wie Sie es auf diejenigen, die Sie betreuen, verteilen, ist ausschließlich Ihre persönliche Entscheidung.

Selbstverständlich ist auch die Wahl des Pflegedienstes ganz allein Ihre persönliche Entscheidung.

Achtung!

Wenn Sie Pflegegeld beantragen oder eine Kombination aus Hilfeleistungen durch unseren Pflegedienst und Pflegegeld, so muss der Gutachter des Medizinischen Dienstes darüber befinden, ob die Pflegeperson (Verwandter, Nachbar, Freund usw.) in der Lage ist, die für Sie notwendigen Hilfestellungen und Unterstützungen fachgerecht zu leisten.

Bevor Sie also Pflegegeld oder eine Kombination aus professioneller Pflege und Hilfe durch Angehörige beantragen, vergewissern Sie sich bitte, ob Sie wirklich auf professionelle Hilfe ganz oder teilweise verzichten können.

Bitte beachten Sie weiterhin:

Wenn Sie eine Kombination aus Geld – und Sachleistungen wählen, sind Sie nach dem Gesetz an Ihre Entscheidung für die Dauer von 6 Monate gebunden.

Wir gestatten uns daher die Anregung, dass Sie den möglichen Verlauf Ihres Befindens bei Ihrer Entscheidung hinreichend berücksichtigen. Bei Fragen helfen wir Ihnen gern.

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Welche Stufe der Pflegebedürftigkeit könnte bei mir vorliegen?
Pflegestufe I      erhebliche Pflegebedürftigkeit

Erhebliche Pflegebedürftigkeit liegt vor bei einem mindestens einmal täglich erforderlichen Hilfsmittel, wenn mindestens zwei Verrichtungen aus den Bereichen der Körperpflege, der Ernährung oder Mobilität zutreffen. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden.

Der wöchentliche Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger, Nachbar oder eine andere Pflegeperson (nicht der Pflegedienst) für alle Verrichtungen benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen. Davon müssen mindestens 46 Minuten auf die Grundpflege entfallen

Pflegestufe II      Schwerpflegebedürftig

Schwere Pflegebedürftigkeit liegt vor bei einem mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten erforderlichen Hilfebedarfs bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität.
Zusätzlich muss ebenfalls mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand einer nichtprofessionellen Pflegeperson muss hierbei bei mindestens 3 Stunden im Tagesdurchschnitt liegen, wobei auch hier der pflegerische Aufwand gegenüber dem hauswirtschaftlichen Aufwand eindeutig das Übergewicht haben muss.
Es müssen mindestens 120 Minuten auf den täglichen Grundpflegebedarf und mindesten 60 Minuten auf die hauswirtschaftliche Versorgung entfallen.

Pflegestufe III      Schwerstpflegebedürftig

Dies liegt vor, wenn der Hilfebedarf so groß ist, dass jederzeit eine Pflegeperson unmittelbar erreichbar sein muss, weil der konkrete Hilfebedarf jederzeit gegeben ist und Tag und Nacht anfällt.
Der wöchentliche Zeitaufwand, den eine nichtprofessionelle Pflegeperson für diesen Hilfebedarf benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 5 Stunden betragen, wobei wiederum der pflegerische Aufwand eindeutig das Übergewicht haben muss. Hier wird der Mindestgrundpflegebedarf bei täglich 240 Minuten (Achtung: es muss ein nächtlicher Hilfebedarf bestehen!) festgelegt.

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Leistungen bei den Pflegestufen
Leistungen bei der Pflegestufe I

Leistungen unseres Pflegedienstes finanziert die Pflegekasse bis zu einem Wert von monatlich  € 450,00.
Das Pflegegeld beträgt pro Monat € 235,00.
Wenn Sie also das Pflegegeld anstelle der Pflegesachleistung wählen, "sparen" Sie der Pflegekasse im Monat € 215,00.
Sie können auch eine Kombination aus unserer professionellen Hilfe und dem Pflegegeld, das die Pflegekasse zahlt, wählen.

Beispiel:    Die professionelle Pflege wird vom Pflegedienst zu 50 % geleistet
                 Sie erhalten von der Pflegekasse noch eine Geldleistung von € 117,50
                 (Die restlichen 50% auf das Pflegegeld von € 235,00 berechnet)

Leistungen bei Pflegestufe II

In der Pflegestufe II finanziert die Pflegekasse Leistungen unseres Dienstes von monatlich € 1.100,00 im Monat. Alternativ dazu können Sie Pflegegeld in Höhe von € 440,00 im Monat von der Pflegekasse erhalten.

Wenn Sie ausschließlich oder überwiegend Pflegegeld anstelle unserer professionellen Hilfeleistung In Anspruch nehmen, "spart" die Pflegekasse im Monat € 660.00, das heißt, dieser Betrag steht nicht zu Ihrer Betreuung zur Verfügung. Auch hierbei sind wieder Kombinationen zwischen Leistungen unseres Dienstes und dem Pflegegeld der Pflegekasse möglich.

Beispiel:    Die professionelle Pflege wird vom Pflegedienst zu 50 % geleistet
                 Sie erhalten von der Pflegekasse noch eine Geldleistung von € 220,00
                 (die restlichen 50% auf das Pflegegeld von € 440,00 berechnet)

Leistungen der Pflegestufe III

Wenn Sie pflegbedürftig entsprechend der Stufe III sind, bezahlt die Pflegekasse unsere Leistungen bis zu einem Betrag von € 1.550,00 monatlich. Alternativ dazu können Sie ein Pflegegeld von € 700,00 von der Pflegekasse erhalten.
Wenn Sie ausschließlich Pflegegeld in Anspruch nehmen, "spart" Ihre Pflegekasse im Monat € 850,00 und Sie erhalten keine professionelle Betreuung. Ebenso können auch hier wieder Kombinationen zwischen Leistungen unseres Dienstes und dem Pflegegeld der Pflegekasse möglich sein.

Beispiel:    Die professionelle Pflege wird vom Pflegedienst zu 50 % geleistet
                 Sie erhalten von der Pflegekasse noch eine Geldleistung von € 350,00
                 (die restlichen 50% auf das Pflegegeld von € 700,00)

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Wie ist das mit den Beratungsbesuchen?
Wenn Sie ausschließlich Pflegegeld beantragt haben, sind Sie gesetzlich verpflichtet, Beratungsbesuche in Anspruch zu nehmen.

In den Pflegestufen I und II muss dies mindestens einmal in 6 Monaten erfolgen.

In der Pflegestufe III mindestens alle 3 Monate.

Ein solcher Beratungsbesuch hat in jedem Falle durch einen professionell geführten Pflegedienst, der einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen hat, zu erfolgen.

Die Kosten für diesen Pflegeeinsatz werden von der zuständigen Pflegekasse, bei privat Versicherten vom zuständigen Versicherungsunternehmen übernommen.

Der Sinn dieser gesetzlichen Vorschrift besteht darin, dass professionelle Pflegekräfte in regelmäßigen Abständen überprüfen können, ob die häusliche Pflege noch sichergestellt ist. Darüber hinaus sind wir verpflichtet, Ihnen Tipps und Hilfen zu geben, wie Ihre Angehörigen die Pflege am besten organisieren.

Wir beraten Sie gerne, ob Sie eventuell teilweise professionelle Hilfe und ob Sie Pflegehilfsmittel in Anspruch nehmen sollten oder ob Maßnahmen der Wohnraumanpassung angezeigt sind.

Darüber hinaus sind wir verpflichtet – mit Ihrer Zustimmung – einen Kurzbericht an die Pflegkasse zu geben. Sollten Sie dies nicht wünschen wird die Pflegekasse nachfragen. Möglicherweise führt dies zu einer Überprüfung durch den Medizinischen Dienst.

Was uns betrifft, so können Sie sicher sein, dass wir diesen Beratungsbesuch mit der Absicht durchführen, Ihnen zu helfen. Ebenso können Sie sicher sein, dass wir objektiv darüber berichten werden.

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Rentenversicherungsbeiträge für die Pflegepersonen
Bei Beratungsbesuchen stellen wir immer wieder fest, dass viele Personen, die eine Pflegetätigkeit verrichten, keine Ahnung haben, dass diese Pflegetätigkeit Rentenversicherungspflichtig ist..

Lesen Sie bitte den nachstehenden Text:

Bei privaten Pflegepersonen (Freunde, Familie oder Nachbar ) kann aufgrund der Pflegetätigkeit eine Rentenversicherungspflicht eintreten.

Das überprüft Ihre Pflegekasse.

Tritt die Versicherungspflicht in Kraft, übernimmt die Pflegekasse die Beitragszahlung zur Rentenversicherung für die Pflegeperson.

Voraussetzungen hierfür sind, dass
       die Pflege an wenigstens 14 Stunden pro Woche ausgeübt wird
       die Vergütung für die Pflegetätigkeit das gesetzliche Pflegegeld nicht übersteigt
       die Pflegeperson nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich anderweitig erwerbstätig ist

Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe des Pflegebedürftigen und den wöchentlichen Pflegestunden.

Pflegepersonen sind während der pflegerischen Tätigkeit in der gesetzlichen Unfallversicherung einbezogen.

Soweit die Pflegeperson die Pflegetätigkeit unterbrechen möchte, um ins Erwerbsleben zurück zukehren, hat sie auch einen Anspruch auf Unterhaltsgeld nach Maßgabe des Arbeitsförderungsgesetzes, wenn sie zur Wiedereingliederung ins Berufsleben an einer Maßnahme zur beruflichen Weiterbildung teilnimmt.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, können Ihnen diese vom Arbeitsamt zweifellos beantwortet werden.

Vergessen Sie hierbei nicht, dass sich die bei der Renten – und Unfall-versicherung zu versichernde Pflegeperson bei der zuständigen Pflegekasse zu melden hat.

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Wie ist das mit der Urlaubspflege?
Die Voraussetzung, eine solche Leistung von der Pflegekasse zu bekommen, ist, dass Ihre Pflegeperson Sie vor der erstmaligen Verhinderung / Urlaub mindestens 12 Monate in Ihrer häuslichen Umgebung gepflegt hat.

Die Aufwendungen der Pflegekasse hierzu können im Einzelfall bis zu € 1470,00 im Kalenderjahr betragen.

Um Sie in dieser Zeit zu versorgen, können Sie entweder in eine Kurzzeitpflegeeinrichtung leben, oder Ihr Pflegedienst betreut Sie ambulant in Ihrer gewohnten häuslichen Umgebung.

Auch hier beraten wir Sie wieder gerne.

Für den Fall, dass Ihre Pflegeperson mit Ihnen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert ist, betragen die Höchstgrenzen dessen, was die Pflegekasse für die Urlaubspflege bezahlt,
       € 215,00 wenn Sie Pflegestufe I haben
       € 420,00 wenn Sie Pflegestufe II haben
       € 675,00 wenn Sie Pflegestufe III haben

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Wie ist das mit den Leistungen bei Kurzzeitpflege?
Wenn die häusliche Pflege durch uns nicht erbracht werden kann oder diese nicht ausreicht und auch eine teilstationäre Pflege nicht hinreichend ist, haben Sie Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung.

Dies kann zum Beispiel sein für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Pflege. Denkbar wäre dies auch in Krisensituationen, in denen vorübergehend die Pflege zu Hause oder auch eine andere Unterbringung in einer Tagespflege oder Nachtpflegeeinrichtung nicht möglich ist oder nicht ausreicht.

Sowohl für die Urlaubspflege als auch für die Kurzzeitpflege ist der Anspruch auf maximal 4 Wochen im Jahr oder 1470,00 EUR beschränkt. Ist eine der beiden genannten Größen, also entweder die 4 Wochen im Jahr oder die 1470,00 EUR, erreicht, ist der Anspruch für das laufende Jahr erledigt.

Auch hier beraten wir Sie gerne.

Dabei werden wir gemeinsam mit Ihnen oder Ihren Angehörigen herausfinden, ob die Pflege zu Hause doch möglich ist.

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Zusätzliche Betreuungsleistungen
Zusätzliche finanzielle Hilfen für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen in Höhe von € 100,00 oder € 200,00 monatlich können Pflegebedürftige, die die Vorraussetzung des § 45 a erfüllen, in Anspruch nehmen und erhalten.

Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen. Er dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Pflegebedürftigen entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen

der Tages- und Nachtpflege
der Kurzzeitpflege
der zugelassenen Pflegedienste, sofern es sich um besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung und nicht um Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung handelt, wie z.B. die Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen insbesondere zur Entlastung der Pflegeperson, das Training von Alltagskompetenzen und tagesstrukturierenden Maßnahmen, die Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten, Gespräche führen, Unterhaltung fördern und weiteres.

Die Pflegebedürftigen erhalten die zusätzlichen finanziellen Mittel auf Antrag von der Zuständigen Pflegekasse gegen Vorlage entsprechender Belege über entstandene Eigenbelastungen im Zusammenhang mit den o. g. Betreuungsleistungen.

Wird der Betrag in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag in das erste Halbjahr des Folgejahres übertragen werden.

Pflegebedürftige, die erst im Laufe eines Kalenderjahres die Leistungs- Voraussetzungen nach § 45 a erfüllen, erhalten den Betrag von € 100,00 oder € 200,00 monatlich anteilig.

Voraussetzung für den Erhalt der zusätzlichen Betreuungsleistungen entnehmen Sie bitte dem Katalog der 13 Kriterien.

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Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses zur Definition schwerwiegender chronischer Krankheiten
(in der Fassung vom 22. Januar 2004 ) in Kraft getreten am 29. Januar 2004

Die Feststellung, dass Versicherte an einer schwerwiegenden chronischen Krankheit i.S.d. Richtlinie leiden, wird durch die Krankenkasse getroffen.

(1)

Eine Krankheit i.S.d. § 62 Abs. 1 Satz 2 SGB V ist ein regelwidriger körperlicher oder geistiger Zustand, der Behandlungsbedüftigkeit zur Folge hat. Gleiches gilt für die Erkrankung nach § 62 Abs. 4 SGB V.>

(2)

Eine Krankheit ist schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde. (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:

Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.
Es liegt ein Grad der Behinderung ( GdB ) von mindestens 60 nach § 30 BVG oder eine Minderung der Erwerbsunfähigkeit ( MdE ) von mindestens 60 % nach § 56 Abs. 2 SGB VII vor, wobei der GdB bzw. MdE zumindest auch durch die Krankheit nach Satz 1 begründet sein muss.
Es ist eine kontinuierliche mediz. Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungs-pflege, Versorgung mit Heil– und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauernde Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit nach Satz 1 verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.

Belege

Versicherte weisen die Dauerbehandlung nach § 2 Abs. 2 Satz 1 durch eine ärztliche Bescheinigung nach, in der die dauerbehandelte Krankheit angegeben ist.
Zum Beleg für den Grad der Behinderung, die Minderung der Erwerbsunfähigkeit und der Pflegestufe haben Versicherte die entsprechenden bestandskräftigen amtlichen Bescheide in Kopie vorzulegen. Die Krankheit, wegen der sich die Versicherten in Dauerbehandlung befinden, muss in dem Bescheid zum GdB oder zur MdE als Begründung aufgeführt sein.
Das Vorliegen des kontinuierlichen Behandlungserfordernisses nach § 2 Abs. 2 wird durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen.
Auf die Unterlagen, die der zuständigen Krankenkasse bereits vorliegen, kann verwiesen werden.

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Aktuelle Informationen Arzneimittelrichtlinien
Apothekenpflichtige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung nach § 31 SGB V ausgeschlossen.

Die Verordnung dieser Arzneimittel ist nach § 34 Abs. 1 Satz 2 ausnahmsweise zulässig, wenn die Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten.

Eine Krankheit ist schwerwiegend, wenn sie lebensbedrohlich ist oder wenn sie aufgrund der Schwere der durch sie verursachten Gesundheitsstörung die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigt.

Ein Arzneimittel gilt als Therapiestandard, wenn der therapeutische Nutzen zur Behandlung der schwerwiegenden Erkrankung dem allgemeinen Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht.

Schwerwiegende Erkrankungen und Standardtherapeutika zu deren Behandlung sind (Beispielaufzählung aus Auszug)

Acetylsalicylsäure (ASS) bis 300 mg Dosiseinheit in der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall, sowie nach arteriellen
ASS und Paracetamol nur zur Behandlung schwerer und schwerster Schmerzen in Co-Medikation mit Opiaten
Arzneistofffreie Injektion / Infusion - Träger – und Elektrolytlösungen
Gingko- biloba Blätterextrakt nur zur Behandlung von Demenz
Abführmittel nur zur Behandlung von Erkrankungen im Zusammenhang mit Tumorleiden, Megacolon, Divertikulose, Divertikulitis, neurogene Darmlähmung, vor diagnostischen Eingriffen, bei phosphatbindender Medikation bei chronischer Niereninsuffizienz und Opiattherapie

Der Vertragsarzt soll nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten des Versicherten verordnen, wenn sie zur Behandlung einer Erkrankung medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind.

Die Verordnung der Arzneimittel in den zugelassenen Fällen, ist in der ärztlichen Dokumentation durch Angabe der entsprechenden Diagnose zu begründen.

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Richtlinien über die Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten
In der Fassung vom 22. 1. 2004-07-26

Diese Richtlinien gemäß § 92 Abs. 1 SGB V regeln die Verordnung von Kranken-fahrten, Krankentransporten und Rettungsfahrten in der vertragsärztlichen Versorgung. Die Leistungen sind nach § 73 Abs. 2 Nr. 7 SGB V vom Vertragsarzt zu verordnen.

Da diese Richtlinien auf sieben Seiten niedergeschrieben sind, führen wir nur die wichtigsten Punkte auf, da es in der Vergangenheit oft zu Missverständnissen zwischen Arzt und Patient gekommen ist, bezüglich der Ausstellung eines Transportscheines zur ambulanten Behandlung.

§ 8 Ausnahmefälle für Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung

In besonderen Ausnahmefällen können auch Fahrten zur ambulanten Behandlung außer der in § 7 Abs. 2 Buchstaben b und c geregelten Fälle bei zwingend medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse übernommen und vom Vertragsarzt verordnet werden. Sie bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse.

Voraussetzung für eine Verordnung und Genehmigung sind:

Dass der Patient mit einem durch die Grunderkrankung vorgegebenen Therapieschema behandelt wird, das eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum aufweist und dass diese Behandlung oder der zu dieser Behandlung führende Krankheitsverlauf den Patienten in einer Weise beeinträchtigt, dass eine Beförderung zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist.

Diese Voraussetzungen sind in der Anlage 2 dieser Richtlinien genannten Ausnahmefällen in der Regel erfüllt. Diese Liste ist nicht abschließend.

Daneben kann die Fahrt zur ambulanten Behandlung für Versicherte verordnet und genehmigt werden, die einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen aG / BI oder H o d e r einen Einstufungsbescheid gemäß SGB XI in der Pflegestufe2 oder 3 bei der Verordnung vorlegen.
Die Krankenkassen genehmigen auf ärztliche Verordnung Fahrten zur ambulanten Behandlung von Versicherten, die keinen Nachweis nach Satz 1 besitzen, wenn diese von einer der Kriterien von Satz 1 vergleichbaren Beeinträchtigung der Mobilität betroffen sind und einer ambulanten Behandlung über einen längerenZeitraum bedürfen.

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Leistungen der Krankenkasse
(notwendige Dokumentation: Verordnung häuslicher Krankenpflege ausgestellt durch den Haus- oder niedergelassenen Facharzt)

Häusliche Krankenpflege dient als Krankenhausersatzpflege oder zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung. Sie kann sowohl Behandlungspflege als auch Grundpflege sowie hauswirtschaftliche Versorgung (umfangreich nur, wenn Kinder unter 12 Jahren im Haushalt leben!) umfassen.

Inhalt und Umfang der ärztlich verordneten Leistungen richten sich nach dem Krankheitsbild, den Selbshilfemöglichkeiten des Kranken und den Möglichkeiten und Fähigkeiten der im Haushalt des zu Pflegenden lebenden Personen.

Gegenstand der Grundpflege sind Krankenbeobachtung, Körperpflege, Betten und Lagern, vorbeugende Maßnahmen, Mobilisation, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und sonstige Maßnahmen.

Zur Behandlungspflege gehören ausschließlich solche medizinische Hilfeleistungen, die nicht vom behandelnden Arzt selbst erbracht werden, aber notwendig sind, die Verschlimmerung der bestehenden Erkrankung zu verhindern bzw. eine Besserung zu erzielen. Sie umfassen insbesondere Injektionen, Verbandwechsel, Katheterisierung, Einläufe, Dekubitusversorgung, Medikamentenüberwachung und –gabe usw.

!Achtung versteckte Kosten: Für jede (vorgeschriebene!) Verordnung häuslicher Krankenpflege wird eine Zahlung in Höhe von 10 EUR an die Krankenversicherung fällig! Gleichfalls ist, analog zur Zuzahlung für einen stationären Krankenhausaufenthalt, pro Kalenderjahr einmalig eine Eigenbeteiligung von 10% der Kosten der häuslichen Krankenpflege für 28 Kalendertage an die Krankenversicherung zu leisten.

√ § 37 Abs. 1 SGB V

Die Krankenkassen übernehmen nach diesem Paragraphen die Kosten der Grund- und Behandlungspflege sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung (-> max. 10 Minuten) nur wenn:

       Krankenhausbehandlung geboten, aber nicht durchführbar ist oder
       Krankenhausbehandlung dadurch vermieden wird oder
       Krankenhausbehandlung dadurch verkürzt werden kann und
       gleichzeitig eine Behandlungspflegeleistung erbracht werden muss

Dieser Anspruch besteht bis zu maximal 4 Wochen pro Kalenderjahr

√ § 37 Abs. 2 SGB V

Gemäß diesem Paragraphen werden hier ausschließlich die Leistungen und Kosten der Behandlungspflege übernommen, wenn sie zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich ist. Hierzu gehören, wie zuvor erwähnt, z. B. Wundversorgungen, Vitalwertkontrollen, Arzneimittelkontrolle und –gabe, u.s.w...
Ein Fachgebiet von amPuls besteht in der Behandlung von akuten und chronischen Wunden.

Grundlage beider Leistungsansprüche sind die "Richtlinien zur Verordnung häuslicher Krankenpflege", welche den Rahmen der Verordnungsfähigkeit und Dauer von einzelnen Leistungen darstellen.

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Zum Abschluss
Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben uns bemüht, Sie mit den wichtigsten Fakten des Pflegeversicherungsgesetzes vertraut zu machen.

(Quellen: Berufsverband ABVP, Krankenkassen, Pflegeversicherung, Richtlinien Bundesausschuss)

Vielleicht haben Sie noch eine Menge weiterer Fragen.

Rufen Sie uns an, wenn wir Ihnen bei Unklarheiten helfen können. Wir werden unser Bestes geben, um Ihnen weiter zu helfen.

Auch in Zukunft werden wir Sie auf dem Laufenden rund um die Pflege halten und Ihnen die stetigen Veränderungen mitteilen.

Ihre amPuls Hauskrankenpflege

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